Neue Spritpreis-Regelung treibt Benzinpreise in die Höhe – wer profitiert wirklich?
Bernd-Dieter RingNeue Spritpreis-Regelung treibt Benzinpreise in die Höhe – wer profitiert wirklich?
Eine neue Regelung in Deutschland hat zu höheren Spritpreisen an den Tankstellen geführt. Die am 1. April eingeführte Pflicht zur 12-stündigen Preisanpassung sollte eigentlich die Kosten stabilisieren. Doch eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass sie stattdessen die Gewinnspannen der Händler erhöht hat.
Forschende des ZEW Mannheim und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) haben die Auswirkungen der Regelung untersucht. Sie nutzten Daten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe, um die Preisentwicklung zu analysieren. Durch den Vergleich der Netto-Endverbraucherpreise mit den Großhandelspreisen am Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) berechneten sie die Gewinnmargen.
Die Ergebnisse zeigen einen durchschnittlichen Anstieg von 6 Cent pro Liter bei Superbenzin in den ersten beiden Wochen. Besonders kleine Ketten und unabhängige Betreiber profitierten davon, während große Tankstellenkonzerne nur geringe Steigerungen verzeichneten. In Süddeutschland waren die Effekte der Regelung am stärksten spürbar.
Kritiker hatten bereits im Vorfeld gewarnt, dass die Vorschrift zu vorsorglichen Preiserhöhungen führen könnte. Erste Vergleiche mit Nachbarländern in der EU bestätigten, dass die Spritpreise in Deutschland nach der Einführung stärker stiegen. Die Studie fand jedoch keine signifikanten Veränderungen bei den Gewinnspannen für Dieselkraftstoff im gleichen Zeitraum.
Bisher hat die 12-Stunden-Regel vor allem zu höheren Gewinnmargen für Benzinhändler geführt – insbesondere bei kleineren Unternehmen. Während die Preise für Superbenzin stiegen, blieb Diesel unbeeinflusst. Die langfristigen Auswirkungen der Regelung auf Verbraucher und den Markt werden weiterhin beobachtet.






