Natürliche Infrastruktur soll als kritische Infrastruktur eingestuft werden – Experten fordern mehr Schutz für Ökosysteme
Antonio KlotzNatürliche Infrastruktur soll als kritische Infrastruktur eingestuft werden – Experten fordern mehr Schutz für Ökosysteme
Ein Expertengremium, das die deutsche Bundesregierung berät, fordert die Einstufung natürlicher Infrastruktur als kritische Infrastruktur. Seen, Wälder und Moore sollten denselben rechtlichen Schutz genießen wie Straßen, Schienennetze und Energienetze. Mit diesem Schritt sollen Ökosysteme geschützt werden, die für den Zivilschutz und die wirtschaftliche Stabilität von zentraler Bedeutung sind.
Das Gremium argumentiert, dass intakte Ökosysteme unverzichtbare Puffer gegen Hitzewellen, Pandemien und Extremereignisse darstellen. Ihr Zusammenbruch könnte zu schweren Versorgungsengpässen führen – wie sie vom Bundesinnenministerium definiert werden. Um dies zu verhindern, empfiehlt die Gruppe eine bundesweite Erfassung wichtiger Naturräume sowie den Aufbau von Frühwarnsystemen für schleichende Ökosystemdegradation.
Die rechtliche Anerkennung gilt als entscheidender Schritt. Ohne sie fehlt natürlicher Infrastruktur die notwendige Rechtsgrundlage für Schutzmaßnahmen. Zudem plädiert das Gremium dafür, Umweltrisikobewusstsein in die militärische Ausbildung zu integrieren und das Thema auf die Agenda des Nationalen Sicherheitsrats zu setzen.
Die Entwicklungspolitik solle sich am Beispiel der Coral Triangle Initiative orientieren, wo lokale Führungskräfte den Schutz von Ökosystemen gestärkt hätten. Der Umstieg auf erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft wird empfohlen, um Emissionen zu senken, die Energieautonomie zu erhöhen und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Erhöhte Investitionen in erneuerbare Energien und den öffentlichen Nahverkehr seien für diese Wende unverzichtbar.
Die Vorschläge unterstreichen, dass natürliche Infrastruktur als grundlegend für die nationale Sicherheit und Resilienz behandelt werden muss. Eine rechtliche Anerkennung würde einen besseren Schutz der Ökosysteme ermöglichen, die Leben sichern und Risiken mindern. Die Empfehlungen betonen zudem die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile des Umstiegs auf erneuerbare Energiequellen.
