Millardenauftrag für F126-Fregatten: Rheinmetall als Favorit – doch die Börse zittert
Stilla SagerMillardenauftrag für F126-Fregatten: Rheinmetall als Favorit – doch die Börse zittert
Das F126-Fregattenprogramm der Deutschen Marine mit einem Volumen von rund 10 Milliarden Euro steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Rheinmetall zählt zu den Favoriten für die Rolle des Hauptauftragnehmers, doch eine finale Entscheidung wird nicht vor Ende April erwartet. Die Unsicherheit um den Auftrag wirkt sich bereits auf die Aktienkurse der beteiligten Rüstungsunternehmen aus.
Das F126-Vorhaben ist das größte Neubauprojekt der Deutschen Marine und umfasst den Bau von sechs hochmodernen Fregatten. Rheinmetall hat sich als starker Kandidat positioniert – gestützt durch seine wachsende Marktpräsenz. Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt mittlerweile bei etwa 72 Milliarden Euro, angetrieben durch steigende Militärausgaben und Übernahmen wie die von Naval Vessels Lürssen.
Die Ungewissheit im Vergabeverfahren belastet jedoch die Börsenperformance: Die Aktien von RENK verloren rund drei Prozent, während ThyssenKrupp Marine Systems fast sieben Prozent einbüßten. Dennoch vermeldete RENK für 2025 Rekordzahlen – mit einem Umsatz von 1,37 Milliarden Euro, einem Auftragsbestand von 6,68 Milliarden Euro und einem mehr als verdoppelten Gewinn von 101 Millionen Euro.
Für 2026 prognostiziert RENK einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Die Aktionäre profitieren zudem von einer um 38 Prozent erhöhten Dividende von 0,58 Euro pro Aktie, die ab dem 11. Juni 2026 ausgezahlt wird. Der nächste Quartalsbericht am 6. Mai 2026 könnte weitere Klarheit bringen.
Eine Vertragsvergabe für das F126-Programm könnte bereits in diesem Sommer erfolgen. Das Verteidigungsministerium prüft Rheinmetall gegen eine alternative Offerte, doch vor Ende April wird keine Entscheidung fallen.
Das F126-Programm bleibt eine zentrale Chance für die Rüstungsindustrie. Während Rheinmetall marktstrategisch gut aufgestellt ist, kämpfen RENK und ThyssenKrupp mit aktuellen Kursrückgängen. Ein Zuschlag würde einen wichtigen Schritt in der Modernisierung der deutschen Marine bedeuten – mit Baubeginn unter der Führung des ausgewählten Hauptauftragnehmers.






