14 March 2026, 12:23

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Mut im Kampf um Demokratie in Belarus

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Justiz für Belarus" auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Mut im Kampf um Demokratie in Belarus

Maria Kolesnikowa, eine führende belarussische Oppositionsfigur, ist mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen 2022 ausgezeichnet worden. Die feierliche Verleihung fand am Samstag, dem 3. Februar 2023, im historischen Krönungssaal der Stadt Aachen statt. Gewürdigt wurde damit ihr "außergewöhnlicher Mut" im Kampf für demokratische Rechte und freie Wahlen in Belarus.

Der Karlspreis wird seit 1950 jährlich an Persönlichkeiten und Institutionen verliehen, die sich um die Einheit Europas verdient gemacht haben. Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Der diesjährige Hauptpreisträger ist jedoch Mario Draghi, der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank und Italiens früherer Ministerpräsident.

Kolesnikowas Weg ist von Widerstand und Beharrlichkeit geprägt. 2020 wurde sie wegen ihrer Beteiligung an Protesten gegen den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko inhaftiert. Zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt, blieb sie bis zu ihrer Freilassung im Dezember 2025 ein Symbol des Widerstands. Ihre Entlassung erfolgte im Rahmen einer größeren Amnestie, bei der Lukaschenkos Regierung 123 politische Gefangene freiließ.

Nach ihrer Freilassung erhielt Kolesnikowa in Deutschland politisches Asyl. Unterdessen geht Belarus neue diplomatische Wege und sucht die Annäherung an die USA, das von den Taliban regierte Afghanistan und China. Trotz dieser Schritte dokumentieren UN-Experten weiterhin anhaltende Repressionen, darunter die erzwungene Ausreise ehemaliger Häftlinge. Obwohl das Regime eine "Versöhnung" nach 2020 verkündet hat, sind öffentliche Proteste weitgehend verstummt. Die internationale Gemeinschaft bleibt vorsichtig – zwischen Lockerung von Sanktionen und anhaltender Kritik an Menschenrechtsverletzungen.

Die Auszeichnung Kolesnikowas unterstreicht ihr langjähriges Engagement für die Demokratie in Belarus. Ihre Freilassung und das anschließende Asyl in Deutschland markieren einen Neuanfang, doch die politische Lage im Land bleibt angespannt. Der Karlspreis steht für ihren Kampf – und für den weiteren Einsatz für Menschenrechte in der Region.

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