Leerstehende Büros werden zu tausenden neuen Wohnungen umgewandelt – mit staatlicher Förderung
Bernd-Dieter RingLeerstehende Büros werden zu tausenden neuen Wohnungen umgewandelt – mit staatlicher Förderung
Deutschland treibt die Umwandlung leerstehender Büroräume in tausende neue Wohnungen voran. Ein neues Förderprogramm bietet finanzielle Unterstützung für Investoren, die ungenutzte Gebäude in Wohnraum umbauen. Im Fokus stehen Großstädte, in denen Wohnungsmangel und hohe Leerstandsquoten weiterhin drängende Probleme darstellen.
Im Rahmen des Programms können Investoren bis zu 30.000 Euro pro Wohnung für Umbauten erhalten. Die Gesamtförderung pro Unternehmen ist auf 300.000 Euro begrenzt, und die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden. Voraussetzung ist, dass die Sanierungen den Standard "Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien" erfüllen – bei denkmalgeschützten Gebäuden gelten jedoch Ausnahmen.
Studien sehen in den sieben größten deutschen Städten ein beträchtliches Potenzial. Laut einer Analyse des Immobiliendienstleisters JLL könnten aus ungenutztem Büroraum rund 11.000 neue Wohnungen entstehen. Das ifo Institut geht sogar von bis zu 60.000 Wohnungen bis 2024 aus. Allerdings stellen hohe Baukosten und der Bedarf an umfangreichen Umbaumaßnahmen – etwa der Einbau von Küchen, Bädern und einer angemessenen Belüftung – finanzielle Hürden dar.
Bisher sind konkrete Projekte noch rar. Als prominentes Beispiel gilt das Münchner Ten Towers-Projekt, doch eine flächendeckende Umsetzung in den Städten steht noch aus. Die Initiative zielt darauf ab, drei zentrale Herausforderungen zu bewältigen: die Reduzierung von Büroleerständen, die Entlastung des Wohnungsmarktes und die Förderung energieeffizienter Sanierungen. Zwar besteht das Potenzial für tausende neue Wohnungen, doch der Erfolg des Programms hängt davon ab, die Kostenschranken zu überwinden und mehr Investoren zur Teilnahme zu bewegen.






