07 June 2026, 18:21

Länderchefs lehnen bundesweite Landtagswahlen an einem Tag strikt ab

Ministerpräsidenten lehnen gemeinsame Landtagswahl-Datum ab

Länderchefs lehnen bundesweite Landtagswahlen an einem Tag strikt ab

Vorschlag für bundesweite Landtagswahlen an einem Tag stößt auf scharfe Kritik der Länderchefs

Der Plan, alle Landtagswahlen in Deutschland an einem einzigen Tag abzuhalten, ist auf massiven Widerstand regionaler Spitzenpolitiker gestoßen. Mehrere Ministerpräsidenten lehnen die Idee ab und warnen vor Gefahren für den Föderalismus und das demokratische Gleichgewicht.

Die Debatte entstand nach einem Vorstoß von Bundestagsvizpräsident Omid Nouripour (Grüne), der argumentierte, dass gleichzeitig stattfindende Wahlen den Fokus auf ständige Umfrageergebnisse verringern könnten. Nouripour hatte die Synchronisierung der Landtagswahlen vorgeschlagen, um dem von ihm kritisierten „Dauerwahlkampfmodus“ ein Ende zu bereiten. Seiner Meinung nach halten häufige Kommunal- und Regionalwahlen die Politik in einem Kreislauf kurzfristigen Denkens gefangen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wies den Vorschlag kategorisch zurück. Er bezeichnete ihn als Ablenkung von drängenden Problemen und warnte, dass die Missachtung öffentlicher Unzufriedenheit die politische Entfremdung noch verschärfen würde. Kretschmer betonte zudem, dass Landtagswahlen oft allgemeine Unzufriedenheit mit der Bundespolitik widerspiegeln.

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) unterstrich, dass jedes Bundesland selbst über seine Wahltermine entscheiden sollte. Er bestand darauf, dass Wähler sich auf regionale Themen konzentrieren sollten, statt auf bundesweite Trends. Voigt argumentierte, dass eine Zusammenlegung der Wahlen den Föderalismus schwächen würde, indem lokale Prioritäten verwässert würden.

Auch Rheinland-Pfalz’ Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) teilte diese Bedenken. Er warnte, dass simultane Wahlen das verfassungsmäßige Gleichgewicht zwischen Bund und Ländern stören könnten. Schnieder führte an, dass gestaffelte Wahltermine eine differenziertere demokratische Repräsentation ermöglichen.

Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hob die Bedeutung von Landtagswahlen für die Gestaltung regionaler Politik hervor. Sie warnte, dass eine Bündelung an einem einzigen Tag ihre Relevanz für lokale Entscheidungsprozesse mindern würde.

Der Vorschlag, alle Landtagswahlen an einem Tag durchzuführen, trifft damit auf breite Ablehnung seitens der Regierungschefs mehrerer Bundesländer. Die Ministerpräsidenten aus Sachsen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland brachten Vorbehalte vor, die sich vor allem auf Risiken für den Föderalismus und die demokratische Teilhabe beziehen. Nun bleibt abzuwarten, ob die Idee weiter verfolgt wird – oder endgültig vom Tisch ist.

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