Koblenzer Eltern verzweifelt: Kein Kinderarzt in Sicht – und die Lage spitzt sich zu
Antonio KlotzKoblenzer Eltern verzweifelt: Kein Kinderarzt in Sicht – und die Lage spitzt sich zu
Eltern in Koblenz und Umgebung kämpfen um kinderärztliche Versorgung
Immer mehr Eltern in Koblenz und der Region finden keine Kinderärzte für ihre Sprösslinge. Viele Praxen nehmen aufgrund der enormen Nachfrage keine neuen Patienten mehr auf. Der Mangel an Ärzten und medizinischen Fachangestellten führt zudem dazu, dass Krankenhäuser Kinderbetten abbauen müssen.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Oster besuchte kürzlich eine Kinderarztpraxis in Koblenz, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Anschließend versprach er, sich in Berlin für Lösungen einzusetzen, damit Eltern nicht den Zugang zu dringend benötigter Versorgung verlieren.
Allein in der Praxis von Dr. Martin Schwenger werden wöchentlich rund 500 Patienten behandelt – ohne die Notfalldienste zu zählen. Jede Praxis im regionalen Netz übernimmt mindestens einen Bereitschaftsdienst pro Monat, was die Belastung zusätzlich erhöht.
Besonders betroffen sind Familien, die neu in die Region ziehen, oder solche, deren Kinderarzt in Rente gegangen ist. Manche Eltern reagieren wütend auf Absagen, einige drohen sogar. Doch das eigentliche Problem bleibt der eklatante Fachkräftemangel.
Oster betonte, wie wichtig es sei, den Beruf der medizinischen Fachangestellten attraktiver zu gestalten, um die Personallücken langfristig zu schließen.
Die Krise in der Kinderheilkunde zeigt keine Anzeichen für eine baldige Entspannung. Ohne mehr Ärzte und Fachkräfte werden Praxen weiterhin neue Patienten abweisen müssen. Krankenhäuser, die bereits Kinderbetten reduzieren, könnten weitere Kürzungen vornehmen, falls sich die Personalsituation nicht bessert.






