Koblenz ehrt die vergessenen "Mütter des Grundgesetzes" zum 75. Jubiläum
Bert HenschelKoblenz ehrt die vergessenen "Mütter des Grundgesetzes" zum 75. Jubiläum
Koblenz feiert den 75. Jahrestag des Grundgesetzes mit einem besonderen Event
Am 24. Mai findet in Koblenz eine Sonderveranstaltung zum 75. Jubiläum des deutschen Grundgesetzes statt. Die Feierlichkeiten würdigen die oft übersehenen Verdienste der "Mütter des Grundgesetzes" – jener Frauen, die 1948 maßgeblich an der Ausarbeitung der Verfassung mitwirkten. Die Veranstalter betonen, wie wichtig es ist, ihre Rolle bei der Verankerung demokratischer Prinzipien und der Gleichberechtigung der Geschlechter im kollektiven Gedächtnis zu bewahren.
Das Grundgesetz wurde am 23. Mai 1949 verkündet – ursprünglich als provisorische Ordnung für das Nachkriegsdeutschland im Westen. Viele politische Führungskräfte zögerten damals, eine dauerhafte Verfassung zu schaffen, aus Sorge, dies könnte die Spaltung zwischen West- und Ostdeutschland vertiefen. Doch das Dokument entwickelte sich zur Grundlage zentraler Rechte, darunter die Gleichstellung von Mann und Frau.
Im Rahmen der Koblenzer Veranstaltung wird im Odeon-Apollo-Kino der Film "Prägende Augenblicke ihres Lebens" gezeigt. Prof. Dr. Michael Hollmann, Präsident des Bundesarchivs, wird die Vorführung mit einer Einführung begleiten. Das Programm wird gemeinsam vom Bundesarchiv, der Universität Koblenz und dem Kino organisiert, unterstützt durch die Koblenzer Initiative "Partnerschaft für Demokratie".
Ingo Schneider, Koblenzer Beauftragter für Bildung und Kultur, hob die bleibende Wirkung der vier Schlüsselfiguren hervor: Elisabeth Schmitz, Helene Weber, Friederike Nadig und Magdalena Tetzel. Ihr Einsatz während der Verhandlungen 1948 half, demokratische Werte im Grundgesetz zu verankern – auch wenn viele Details ihres Wirkens bis heute weniger dokumentiert sind als die ihrer männlichen Kollegen.
Ziel der Jubiläumsveranstaltung ist es, den Frauen, die Deutschlands demokratische Fundamente mitprägten, größere Anerkennung zu verschaffen. Durch die Filmvorführung und eine öffentliche Diskussion sollen ihr Erbe bewahrt und ihr Einfluss auf die Gegenwart bewusst gemacht werden. Aus dem einst provisorischen Regelwerk ist heute die unverzichtbare Säule der deutschen Staatsordnung geworden.






