John Eliot Gardiner in neuer Kritik: Warum er sein Verhalten nicht versteht
Stilla SagerJohn Eliot Gardiner in neuer Kritik: Warum er sein Verhalten nicht versteht
Dirigent John Eliot Gardiner steht wegen eines Vorfalls mit angeblich unangemessenem Verhalten beim Bach-Festival erneut in der Kritik. Fragen an sein Verständnis für die eigenen Handlungen werden lauter, da er weiterhin betont, nichts falsch gemacht zu haben. Der Vorfall hat eine breitere Überprüfung seines früheren Verhaltens ausgelöst.
Während des Schlussapplauses beim Festival nahm Gardiner eine Schriftrolle, die für eine Mitarbeiterin bestimmt war, und schob sie ihr unter das Hemd. Die Frau wehrte sich zunächst gegen seine Geste. Später behauptete er, die Reaktion habe ihn überrascht – er habe die Rolle lediglich hinter ihre Kette legen wollen.
Das Video des Vorfalls wurde von der Redaktion nicht veröffentlicht, mit der Begründung, die Privatsphäre der Betroffenen schützen zu wollen. Gardiner räumte ein, nicht immer volle Kontrolle über sein Handeln zu haben – eine Aussage, die die anhaltende Debatte weiter anheizt.
Es ist nicht der erste Vorwurf gegen ihn: Bereits früher wurde ihm vorgeworfen, einen Kontrabassisten geohrfeigt zu haben. Nach der jüngsten Kontroverse verweigerte ihm sein langjähriger Monteverdi-Chor die weitere Zusammenarbeit, woraufhin Gardiner das Constellation Ensemble gründete.
Die gesellschaftliche Toleranz für derartiges Verhalten hat sich gewandelt, und Gardiners Handlungen werden nun neu bewertet. Der Vorfall hatte berufliche Konsequenzen zur Folge, darunter das Ende der jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit dem Monteverdi-Chor. Seine Reaktion deutet darauf hin, dass er das Ausmaß der Vorwürfe gegen sich nicht vollumfänglich erkennt.
