Familienunternehmen attackieren Regierung: "Wirtschaftspolitik gefährdet Deutschlands Zukunft"
Bernd-Dieter RingFamilienunternehmen attackieren Regierung: "Wirtschaftspolitik gefährdet Deutschlands Zukunft"
Stiftung Familienunternehmen kritisiert Bundesregierung scharf zum ersten Jahrestag der Schwarz-Rot-Koalition
Die Stiftung Familienunternehmen und Politik hat die Bundesregierung zum ersten Jahrestag der schwarz-roten Koalition scharf angegriffen. Rainer Kirchdörfer, Vorstandsmitglied der Stiftung, warnte, dass sich die deutsche Wirtschaft kontinuierlich abschwäche und das exportgetriebene Modell des Landes in Gefahr sei. Seine Äußerungen spiegeln die wachsende Frustration unter Unternehmensführern wider, deren Erwartungen enttäuscht wurden und die sich mit verschlechterten Rahmenbedingungen im Inland konfrontiert sehen.
Als Vertreter von über 600 mittelständischen und großen Familienunternehmen betonte Kirchdörfer, dass diese nach wie vor in Deutschland investieren wollten. Gleichzeitig räumte er ein, dass sie aufgrund innerdeutscher Hindernisse zunehmend Gewinne ins Ausland verlagerten. Als Hauptproblem nannte er überbordende Bürokratie und forderte, der Abbau von Regularien sei mittlerweile überlebensnotwendig.
Kritik übte das Vorstandsmitglied auch an der Finanzpolitik der Regierung. Statt Ausgaben zu kürzen, setze man seiner Ansicht nach auf die Erschließung neuer Einnahmequellen durch Steuererhöhungen – eine Strategie, die die wirtschaftliche Belastung nur weiter verschärfen werde.
Kirchdörfers Sorgen beschränkten sich jedoch nicht auf Deutschland. Er warnte, dass die USA die globale Handelsstabilität untergraben, während sich die europäischen Führungskräfte in bürokratischen Verzögerungen verstrickten. Familienunternehmen seien für die Zukunft des Landes unverzichtbar, bräuchten aber vernünftige politische Rahmenbedingungen, um zu gedeihen. Ohne dringende Reformen, so seine Mahnung, stehe die nächste Generation von Unternehmern vor noch größeren Herausforderungen.
Die Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Koalition ihr erstes Regierungsjahr bilanziert. Unternehmensführer hatten zunächst auf wachstumsfreundliche Politik gehofft, doch Kirchdörfers Aussagen signalisieren tiefe Enttäuschung. Angesichts des Drucks auf Familienbetriebe und der Verlagerung von Investitionen ins Ausland sieht sich die Regierung nun mit Forderungen nach sofortigem Handeln konfrontiert, um den Abwärtstrend umzukehren.






