EU streitet über Aufschub für Methanregeln bei Öl- und Gasimporten
EU-Minister bereiten sich auf eine Debatte über einen Vorschlag vor, die neuen Vorschriften für Methanemissionen bei importiertem Öl und Gas um drei Jahre zu verschieben. Zwölf Regierungen – darunter nun auch Deutschland – setzen sich für eine solche Fristverlängerung ein. Der Vorstoß spiegelt Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit wider, die durch globale Lieferengpässe und knappe Raffineriekapazitäten verstärkt werden.
Deutschland hat sich anderen EU-Mitgliedstaaten angeschlossen, die sich gegen die geplante Regulierung aussprechen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche argumentiert, man benötige mehr Zeit, um die Einfuhren von Gas und Erdölprodukten abzusichern, bevor die neuen Regeln in Kraft treten. Die Verordnung könnte ab 2027 die Importe von Erdölprodukten einschränken, darunter auch Kerosin für die Luftfahrt.
Die EU steht unter Druck, Klimaziele und Energiesicherheit in Einklang zu bringen. Während Branchenverbände und einige Regierungen geltend machen, dass die Überprüfungssysteme noch nicht ausgereift seien, widersprechen Umweltschützer und Analysten dieser Einschätzung. Auch die USA haben gewarnt, dass die Vorschriften die Gaslieferungen nach Europa beeinträchtigen könnten.
Die Diskussion findet vor dem Hintergrund statt, dass Europas Energiesystem mit Störungen in den globalen Ölströmen und einem angespannten Markt für Flugtreibstoff zu kämpfen hat. Das Ergebnis wird maßgeblich beeinflussen, wie es der EU gelingt, ihre Glaubwürdigkeit bei der Methanreduzierung zu wahren und gleichzeitig die durch Krieg und Logistikprobleme geprägten Versorgungsrisiken zu managen.
Der Streit verdeutlicht die Spannung zwischen Klimaregulierung und Energiesicherheit auf den internationalen Brennstoffmärkten. Zudem zeigt er, dass die Methanbilanz künftig über den Marktzugang entscheiden könnte. Die Entscheidung wird globale Standards für den Öl- und Gashandel prägen – und die Fähigkeit der EU, Umweltziele mit Versorgungssicherheit zu vereinen.
