25 June 2026, 14:20

Entwicklungspolitik in der Krise: NGOs fordern radikale Reformen und mehr Geld

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Entwicklungspolitik in der Krise: NGOs fordern radikale Reformen und mehr Geld

Am Mittwoch präsentierten die Generalsekretäre von Welthungerhilfe und Terre des Hommes ihre jährliche Bewertung der deutschen Entwicklungspolitik. Mathias Mogge und Joshua Hofert stellten ihre Erkenntnisse in einem gemeinsamen Bericht vor, der die wachsenden Herausforderungen für die globale Hilfeleistungen aufzeigt.

Der Bericht betont, dass humanitäre Hilfe bedarfsorientiert, neutral und unabhängig bleiben müsse. Gleichzeitig warnt er davor, dass Sicherheitsfragen, Migrationspolitik oder geopolitische Interessen die Vergabe von Hilfsleistungen bestimmen dürfen.

Die Nichtregierungsorganisationen würdigten zwar jüngste Bemühungen, die Entwicklungspolitik neu auszurichten, kritisierten jedoch das Fehlen einer klaren Strategie. Zudem forderten sie eine stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft bei der Gestaltung künftiger Pläne.

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Mogge unterstrich die dringende Notwendigkeit, präventive Maßnahmen stärker zu finanzieren – und nicht nur auf Krisenreaktionen zu setzen. Er argumentierte, dass die Qualität der Hilfe nur durch weniger Bürokratie und mehr Autonomie für zivilgesellschaftliche Akteure verbessert werden könne. Hofert ergänzte, dass Reformen von Anfang an Partnerländer, lokale Gruppen und junge Menschen einbeziehen müssten.

Seit 2022 hat Deutschland sein Budget für Entwicklungszusammenarbeit um ein Drittel gekürzt; bis 2027 sind weitere Kürzungen zu erwarten. Die Organisationen fordern nun, die Mittel für humanitäre Hilfe im nächsten Haushalt von einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro zu erhöhen. Zudem wiesen sie darauf hin, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit nur gelingen kann, wenn sie mit lokalen Akteuren abgestimmt wird und deutsche Interessen mit denen der Partnerländer in Einklang gebracht werden.

Der Bericht plädiert für mehr Ressourcen und eine bessere Koordinierung in der Entwicklungspolitik. Er hebt die Notwendigkeit nachhaltiger Finanzierung und sinnvoller Partnerschaften hervor, um globale Krisen zu bewältigen. Die NGOs bestehen darauf, dass die Hilfe sich den wachsenden Belastungen durch Konflikte, Klimawandel und wirtschaftliche Instabilität anpassen muss.

Quelle