Energiekrise verschärft sich: Spritpreise explodieren – Millionen droht Hunger
Bert HenschelEnergiekrise verschärft sich: Spritpreise explodieren – Millionen droht Hunger
Die globale Energiekrise verschärft sich weiter: Steigende Spritpreise belasten Haushalte und Unternehmen massiv. Experten warnen, dass bis zu 45 Millionen weitere Menschen von Hunger bedroht sein könnten, falls sich die Lage über die Jahresmitte hinaus verschlechtert. Gleichzeitig verzeichnen Ölkonzerne Rekordgewinne, während Regierungen darum kämpfen, Kosten und Stabilität in Einklang zu bringen.
Laut Fatih Birol, dem Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), ist die Krise auch auf politische Entscheidungen der früheren US-Regierung unter Donald Trump und des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu zurückzuführen. Ihre Politik habe die Marktinstabilität verstärkt und die Kraftstoffpreise weltweit in die Höhe getrieben. Pendler, Studierende und Familien, die kranke Angehörige besuchen, müssen nun deutlich höhere Reisekosten tragen.
In Nigeria haben die explodierenden Spritpreise die Kosten für Düngemittel, Transport und Grundnahrungsmittel in die Höhe schnellen lassen. Märkte melden steigende Ausgaben für Lebensmittelgrundlagen – eine zusätzliche Belastung für ohnehin schon stark beanspruchte Haushalte. Auch Deutschland spürt die Folgen: Fast 80 Prozent der Bevölkerung betrachten die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffimporten mittlerweile als direkte Bedrohung.
Einige Länder reagieren bereits mit Gegenmaßnahmen. Südkoreas Präsident hat Pläne vorgelegt, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern durch den Ausbau der Stromnetzinfrastruktur und die Einführung eines "Solar-Einkommens"-Programms zu verringern. Deutschlands Übergewinnsteuer auf Energieunternehmen hat seit dem russischen Angriff auf die Ukraine bereits rund 2,5 Milliarden Euro eingespielt. Doch während Regierungen handeln, verzeichnen Ölmultis wie BP weiter Rekordgewinne – allein im frühen Jahr 2023 verdoppelten sich die Nettogewinne auf 2,7 Milliarden Euro.
Auch Chinas Solarindustrie erlebt einen Boom: Die Exporte von Solarmodulen verdoppelten sich im März 2023 im Vergleich zum Vormonat. Dieser Trend deutet auf eine wachsende Nachfrage nach Alternativen hin, da Länder ihre Energieverletzlichkeit verringern wollen.
Die Energiekrise zeigt keine Anzeichen einer Entspannung. Ernährungssicherheit und Haushaltsbudgets geraten zunehmend unter Druck. Zwar setzen Regierungen auf erneuerbare Lösungen, doch die Ölkonzerne profitieren weiter, während die Kosten an die Verbraucher weitergegeben werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die politischen Maßnahmen die Märkte stabilisieren können – oder ob die Krise Millionen Menschen noch tiefer in die Not treibt.






