Emmendingen plant drastische Kürzungen im abendlichen Busverkehr
Der Landkreis Emmendingen hat Sparpläne für den öffentlichen Nahverkehr vorgelegt. Die stark gestiegenen Betriebskosten übertreffen die ursprünglichen Schätzungen bei Weitem – trotz der jüngsten Ausweitung des Angebots, die die lokalen Verkehrsverbindungen verbessert hat.
Um die Haushaltsbelastung zu verringern, plant die Verwaltung, die abendlichen Busverträge auf Entwicklungsstrecken zu streichen. Dadurch ließen sich jährlich etwa 100.000 Euro einsparen, betroffen wären jedoch Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim. Die kommunalen Gremien müssen nun entscheiden, ob sie diese Verbindungen weiter finanzieren oder bereits ab 20 Uhr einstellen.
Durch eine weitere Optimierung der Schul- und Linienbusse könnten 2027 zusätzliche 200.000 Euro eingespart werden. Radikalere Vorschläge – wie die vollständige Streichung aller Busse nach 22 Uhr oder die Reduzierung hochfrequentierter Linien – wurden zwar diskutiert, aber nicht weiterverfolgt. Auch ein geplanter Mobilitätspass zur Einnahmensteigerung wurde wegen hoher Verwaltungskosten und rechtlicher Bedenken verworfen.
Der Umwelt- und Technikausschuss wird die Pläne am 29. Juni prüfen, der Kreistag soll dann am 20. Juli darüber abstimmen. Eine Verkehrsuntersuchung 2027 wird weitere Streichungen von Linien im Folgejahr vorbereiten. Parallel dazu wird der Landkreis 2026 voraussichtlich rund 9 Millionen Euro in den lokalen Nahverkehr und den Schülertransport investieren.
Ziel der Maßnahmen ist es, die Ausgaben zu begrenzen, ohne die grundlegenden Verkehrsleistungen zu gefährden. Falls beschlossen, würden die Änderungen schrittweise umgesetzt, wobei die Einsparungen in zentrale Verkehrsbedürfnisse reinvestiert werden. Die endgültige Entscheidung liegt nach der Ausschussberatung beim Kreistag.
