Elterngeld-Kürzung droht: Regierung plant Streichungen um 350 Millionen Euro
Bernd-Dieter RingElterngeld-Kürzung droht: Regierung plant Streichungen um 350 Millionen Euro
Elterngeld in Deutschland: Kahlschlag droht – Regierung plant Kürzungen um 350 Millionen Euro
Die staatlichen Leistungen für Elternzeit in Deutschland könnten vor erheblichen Kürzungen stehen, da die Bundesregierung ihre Ausgaben reduzieren will. Medienberichten zufolge erwägt Familienministerin Karin Prien (CDU), rund 350 Millionen Euro aus dem Programm zu streichen. Der Vorstoß stößt bereits jetzt auf scharfe Kritik von Politiker:innen und Familienverbänden.
Das Elterngeld, das seit seiner Einführung im Jahr 2007 weitgehend unverändert blieb, soll Eltern den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern und die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit fördern. Dennoch verzeichnet Deutschland aktuell die niedrigste Geburtenrate seit 1946. Die ehemalige Familienministerin Franziska Giffey (SPD) betont seit Langem, dass die Leistung ein zentrales Instrument des Arbeitsmarktes sei – sie helfe Eltern, Beruf und Familie zu balancieren und den Rückkehrprozess in den Job zu bewältigen.
Giffey warnt nun vor Kürzungen und fordert stattdessen Reformen, die auf mehr Gerechtigkeit abzielen. Derzeit beziehen 74 Prozent der Empfänger:innen von Elterngeld Frauen – ein Zeichen für die anhaltende Ungleichheit bei der Care-Arbeit. Die Politikerin plädiert für Änderungen, die eine fairere Aufteilung zwischen den Partnern fördern.
Die Kritik an den geplanten Streichungen kommt prompt. Wolfgang Kubicki, designierter Vorsitzender der FDP, positioniert sich klar gegen die Pläne. Britta Altenkamp, Leiterin des Zukunftsforums Familie (ZFF), nennt die Debatte über Kürzungen ein „verheerendes Signal“ für Familien, die ohnehin unter finanzieller Belastung stehen.
Sollte die Kürzung um 350 Millionen Euro umgesetzt werden, wäre dies die erste größere Reduzierung des Elterngelds seit fast zwei Jahrzehnten. Die Änderungen könnten die Unterstützung für junge Eltern in einer Phase neu gestalten, in der die Geburtenzahlen weiter sinken. Eine endgültige Entscheidung der Regierung steht noch aus.






