05 June 2026, 14:55

E-Mobilität scheitert an mangelnder Ladeinfrastruktur in 42 Prozent der Kommunen

Elektrofahrzeug-Ladestationen: 42% der deutschen Gemeinden haben keine öffentlichen Ladepunkte

E-Mobilität scheitert an mangelnder Ladeinfrastruktur in 42 Prozent der Kommunen

E-Mobilität in Deutschland scheitert an Ladeinfrastruktur: Fast 42 Prozent der Kommunen ohne öffentliche Ladestationen

Der Umstieg auf Elektroautos in Deutschland steht vor einem großen Hindernis: Fast 42 Prozent der Gemeinden verfügen noch immer über keine öffentlichen Ladestationen. Zwar ist die Nachfrage nach E-Fahrzeugen aufgrund der stark gestiegenen Spritpreise rasant angestiegen, doch die ungleiche Verteilung der Ladeinfrastruktur stößt bei Politikern und Branchenbeobachtern auf Kritik.

Als Reaktion darauf hat die Bundesregierung neue Fördergelder in Höhe von bis zu 6.000 Euro für Haushalte beschlossen, die sich ein Elektroauto anschaffen – rückwirkend zum 1. Januar. Doch die Zahlen bleiben ernüchternd: Stand 25. Mai 2026 verfügen nur 6.227 von 10.775 deutschen Kommunen über mindestens eine öffentliche Ladestation. Besonders eklatant ist die Lücke in ländlichen Regionen, wo ganze Landstriche unterversorgt bleiben. In Thüringen haben 35 Prozent der Gemeinden keine Ladestationen, in Mecklenburg-Vorpommern sind es 32 Prozent. Schleswig-Holstein weist mit 41 Prozent die größte Versorgungslücke auf – hier fehlt in fast jeder zweiten Kommune die notwendige Infrastruktur.

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Anders sieht es in den Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin aus: Hier gibt es flächendeckend öffentliche Lademöglichkeiten, ebenso wie in Nordrhein-Westfalen und im Saarland. Auch größere Städte sind besser aufgestellt – 99 Prozent der Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern verfügen über mindestens eine Ladestation.

Die ungleiche Verteilung sorgt für Frust. Dietmar Bartsch, Abgeordneter der Linken, kritisierte die Unterschiede als „Hindernis für eine gerechte Verkehrswende“. Gleichzeitig hat der jüngste Nachfrageschub bei E-Autos – angetrieben durch die explodierenden Spritpreise im Zuge des Iran-Konflikts – die Schwächen des Netzes offenbart. Ohne einen flächendeckenden Ausbau warnen Experten, dass der Umstieg von Benzin- und Dieselfahrzeugen weiter langsam und ungleich verlaufen wird.

Die neuen staatlichen Zuschüsse sollen zwar die finanzielle Hürde für den Kauf eines E-Autos senken. Doch das lückenhafte Ladenetz bremst die Verbreitung weiterhin aus – vor allem in ländlichen und wirtschaftsschwächeren Regionen. Solange die Infrastruktur nicht nachzieht, hängt der Erfolg der Verkehrswende maßgeblich davon ab, wo Autofahrer leben.

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