Deutsche Bauwirtschaft kämpft mit historisch niedrigem Zementverbrauch und Rezession
Antonio KlotzDeutsche Bauwirtschaft kämpft mit historisch niedrigem Zementverbrauch und Rezession
Die deutsche Bauwirtschaft steht vor schweren Herausforderungen. Der Zementverbrauch ist auf ein Niveau gesunken, wie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr verzeichnet wurde – ein deutlicher Rückgang der Bautätigkeit.
Hohe Zinsen und steigende Baukosten belasten vor allem den privaten Wohnungsbau. Auch öffentliche Infrastrukturprojekte sowie Investitionen in Gewerbe- und Büroimmobilien sind rückläufig. Dominik von Achten, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg Materials, sprach von einer „voll ausgeprägten Rezession“ für die Baustoffbranche.
Der Zementverbrauch liegt derzeit 30 Prozent unter dem Wert von 2020. Trotz eines jüngsten Anstiegs der Baugenehmigungen bleibt der Wohnungsbau schwach. Öffentliche Mittel für die Infrastruktur wurden zwar bereitgestellt, haben die Bautätigkeit bisher aber kaum spürbar belebt.
Analysten erwarten eine Belebung der Branche in der zweiten Jahreshälfte, sobald die bewilligten Gelder wirken. Dennoch bleibt der Sektor unter Druck, und eine rasche Erholung ist nicht in Sicht. Die Nachfrage nach Zement und die Bauaktivitäten spiegeln weiterhin den anhaltenden Abschwung wider.
