16 April 2026, 18:26

David gegen Goliath: Kleine Brauerei wehrt sich gegen Hugo Boss

Schwarze und weiße Geschäftskarte für Jackson & Damper Senfhersteller, located at No. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

David gegen Goliath: Kleine Brauerei wehrt sich gegen Hugo Boss

Kleine walisische Brauerei erhält juristische Drohungen von Modegigant Hugo Boss wegen ihres Namens

Die Boss Brewing aus Swansea hat sich gegen eine Abmahnung des Luxuslabels zur Wehr gesetzt – und dabei rund 12.000 Euro für Anwaltskosten ausgegeben. Der Konflikt ist Teil einer Reihe von Klagen, mit denen der Konzern gegen Unternehmen vorgeht, die das Wort "BOSS" im Namen führen.

Hugo Boss, ein Unternehmen mit einem Umsatz von über 2,6 Milliarden Euro im Jahr 2018, hat wiederholt kleine Firmen und sogar gemeinnützige Initiativen verklagt. So erhielt auch die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss eine rechtliche Warnung, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen. Das 1924 gegründete Modehaus hat eine umstrittene Vergangenheit: Sein Gründer war Mitglied der NSDAP und ließ während des Nationalsozialismus SS-Uniformen durch Zwangsarbeiter herstellen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Aus Protest gegen diese Praxis hat der Comedian Joe Lycett nun offiziell seinen Namen in Hugo Boss ändern lassen. Er betonte dabei, im Gegensatz zum historischen Namensgeber keine Uniformen für die Nazis produziert zu haben. Zwar entschuldigte sich das Unternehmen 2011 für seine Rolle im Krieg, doch die juristischen Auseinandersetzungen um die Marke "BOSS" dauern an.

Lycett kündigte an, in seiner Verbrauchersendung Got Your Back ein neues Produkt unter seinem neuen Namen auf den Markt zu bringen. Die Aktion steht in einer Reihe jahrelanger Kritik an der aggressiven Durchsetzung der Markenrechte durch Hugo Boss.

Der Rechtsstreit der Boss Brewing zeigt, wie schwer sich kleine Unternehmen gegen Großkonzerne behaupten können. Während Hugo Boss seine Markenrechte in zahlreichen Fällen verteidigt, lenkt Lycetts Namensänderung erneut die Aufmerksamkeit auf das Problem. Eine Einigung ist bisher nicht in Sicht – weitere Schritte beider Seiten bleiben möglich.

Quelle