08 May 2026, 06:21

Bundesweite Razzia enthüllt systematische Ausbeutung in Paketbranche

Plakat mit der Aufschrift "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" mit einer Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist, einer für die Kurierrouten und einer für die Kurierstandorte, mit fetter schwarzer Schrift in einem weißen Rand.

Bundesweite Razzia enthüllt systematische Ausbeutung in Paketbranche

Bundesweite Razzia deckt flächendeckende Ausbeutung in Deutschlands Kurierbranche auf

Bei einer bundesweiten Kontrollwelle gegen Arbeitsrechtsverstöße in der deutschen Paketzustellbranche sind massenhafte Missstände ans Licht gekommen. Zollbeamte prüften über 2.900 Zustelldienste und stießen dabei auf illegale Beschäftigung sowie ausstehende Löhne. In einem Fall arbeitete ein 39-jähriger türkischer Kurier in Köln ohne gültige Arbeitserlaubnis.

Im Fokus der Überprüfungen standen Schwarzarbeit und Verstöße gegen das Arbeitsrecht. Viele Fahrer, die über Subunternehmer beschäftigt werden, kannten weder ihre Rechte noch ihren offiziellen Beschäftigungsstatus. Einige leisteten unbezahlte Überstunden, während ihre Löhne teilweise unter dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde lagen.

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Andere wurden gezwungen, Fahrzeuge zu überteuerten Konditionen von ihren Arbeitgebern anzumieten, was ihre ohnehin kargen Einnahmen weiter schmälert. Die Zollbehörden dokumentieren solche Praktiken in der Branche seit Jahren – ein Zeichen für strukturelle Probleme.

Große Logistikunternehmen wie Amazon, Hermes, GLS und DPD setzen in hohem Maße auf Subunternehmer, während die Deutsche Post DHL diese nur für weniger als zwei Prozent der Lieferungen einsetzt. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte schärfere Kontrollen an, um illegale Praktiken und Ausbeutung in der Branche zu beenden.

Die Ermittlungsergebnisse offenbaren langjährige Missstände in der Kurierbranche – von Lohnbetrug bis hin zu illegalen Anstellungen. Die Behörden geraten nun unter Druck, die Aufsicht zu verschärfen und härter durchzugreifen. Die Razzia markiert einen ersten Schritt hin zu faireren Arbeitsbedingungen in einem Sektor, der für prekäre Beschäftigungsverhältnisse bekannt ist.

Quelle