Bundesregierung plant Rückkehr von 80 Prozent der syrischen Geflüchteten in drei Jahren
Bert HenschelBundesregierung plant Rückkehr von 80 Prozent der syrischen Geflüchteten in drei Jahren
Die deutsche Bundesregierung hat Pläne angekündigt, innerhalb von drei Jahren die Rückkehr von 80 Prozent der syrischen Geflüchteten zu fördern. Bundeskanzler Friedrich Merz' Vorschlag umfasst einen 200-Millionen-Euro-Aufbaufonds für Syrien sowie neue wirtschaftliche und diplomatische Initiativen. Ökonomen äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der Machbarkeit und der möglichen Folgen eines solchen großangelegten Abzugs.
Im Rahmen der neuen Initiative wird Deutschland 200 Millionen Euro für den Wiederaufbau der syrischen Infrastruktur bereitstellen, mit Schwerpunkt auf der Wasserversorgung und der wirtschaftlichen Entwicklung. Zudem plant die Regierung die Einrichtung einer gemeinsamen Taskforce und die Entsendung einer Delegation nach Damaskus am 30. März 2026. Die beiden Organisationen GIZ und KfW werden vor Ort Niederlassungen eröffnen, um das Programm zur freiwilligen Rückkehr zu unterstützen.
Doch Experten zweifeln daran, ob das Ziel von 80 Prozent Rückkehren realistisch ist. Geraldine Dany-Knedlik vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnte, dass selbst ein teilweiser Erfolg die demografischen Belastungen für die ohnehin stagnierende deutsche Wirtschaft verschärfen könnte. Timo Wollmershäuser vom ifo Institut fügte hinzu, dass die jüngste Zuwanderung die Alterung der Erwerbsbevölkerung vorübergehend abgemildert habe. Ein massenhafter Wegzug von Syrern – viele von ihnen sind mittlerweile in Arbeit – könnte die Produktionskapazität Deutschlands weiter verringern.
Der Regierungsplan zur Rückführung von Geflüchteten birgt wirtschaftliche Risiken. Viele Syrer haben sich inzwischen in den Arbeitsmarkt integriert, und ihr Fortgang könnte Lücken in wichtigen Branchen hinterlassen. Gleichzeitig betonen Forscher, dass sich die demografischen Herausforderungen verschärfen würden, falls eine größere Zahl das Land verlässt – eine zusätzliche Belastung für eine Wirtschaft, die bereits mit schwachem Wachstum kämpft.






