11 April 2026, 00:27

Brandenburgs Cannabis-Bilanz: Schwarzmarkt bleibt stark, Verkehrssicherheit leidet

Gruppe von Menschen mit einer "Legalise Cannabis Ireland"-Plakette um ein Auto mit sichtbaren Dokumenten drinnen, vor einem Hintergrund aus Gebäuden und einem klaren Himmel.

Brandenburgs Cannabis-Bilanz: Schwarzmarkt bleibt stark, Verkehrssicherheit leidet

Zwei Jahre nach der teilweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland zieht Brandenburg eine Bilanz. Das Gesetz, das am 1. April 2024 in Kraft trat, erlaubt Erwachsenen den Besitz und Konsum der Droge unter strengen Auflagen. Doch Kritiker argumentieren nun, dass die Reform den Schwarzmarkt nicht schwächen konnte und stattdessen die Verkehrssicherheit gefährdet.

Seit Juli 2024 dürfen nicht-kommerzielle Anbauvereine mit bis zu 500 Mitgliedern Cannabis ausschließlich für ihre Mitglieder anbauen und verteilen. In Brandenburg wurden bisher 21 solche Vereine genehmigt, sechs weitere Anträge werden noch geprüft. Landesbehörden führten 26 Kontrollen in diesen Vereinen durch, fanden jedoch weder Verstöße noch verhängten sie Bußgelder.

Dennoch zeigt sich laut Innenminister Jan Redmann (CDU), dass das legale Angebot den illegalen Handel nicht verdrängt hat. Stattdessen florieren Schwarzmarkt-Netzwerke weiter – einige haben sogar ihren Vertrieb härterer Drogen ausgeweitet. Auf dem CDU-Landesparteitag im Februar wurde daher beschlossen, die Teillegalisierung komplett zurückzunehmen.

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Auch die Verkehrssicherheitsdaten geben Anlass zur Sorge: 2025 stieg die Zahl der Verdachtsfälle von Fahrten unter Cannabis-Einfluss um 31,5 Prozent – von 1.313 im Jahr 2024 auf 1.727. Leichte Zunahmen gab es auch bei Verkehrsunfällen, die auf Cannabis-Konsum zurückgeführt werden: von 115 auf 119 Fälle. Redmann verwies darauf, dass weder die Anbauvereine noch der private Eigenanbau die Nachfrage decken könnten, sodass viele Verbraucher weiterhin auf illegale Quellen angewiesen seien.

Die Zukunft der Regelung bleibt ungewiss, da die Brandenburgische CDU auf eine Abschaffung drängt. Offizielle Zahlen belegen mehr Fahrer mit Cannabis-Nachweis im Blut sowie einen hartnäckigen Schwarzmarkt. Da die Kontrollen in den legalen Vereinen keine Verstöße aufdeckten, dreht sich die Debatte nun darum, ob das Gesetz seine Ziele überhaupt erreicht hat.

Quelle