23 May 2026, 20:23

Bergkirchweih in Erlangen verbietet "problematische" Partyhits – und spaltet die Szene

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Bergkirchweih in Erlangen verbietet "problematische" Partyhits – und spaltet die Szene

Erlangens berühmtes Bergkirchweih-Volksfest steht in diesem Jahr vor Veränderungen, nachdem die Stadtverwaltung eine Liste klassischer Partyhits verboten hat. Der Beschluss folgt einer Beschwerde einer Frau, die von unerwünschten körperlichen Berührungen berichtete und sich durch die Musik beim letzten Festival unwohl fühlte. Bei fast einer Million erwarteter Besucher hat die Entscheidung unter Gastwirten und Künstlern eine Debatte ausgelöst.

Auslöser war der Vorfall einer Festbesucherin, die angab, 2023 von aufdringlichen Männern begrapscht worden zu sein. Zudem kritisierte sie die gespielten Lieder, die ihrer Meinung nach zu einer unangenehmen Atmosphäre beitrugen. Daraufhin prüften die Gleichstellungsbeauftragten der Grünen, Reka Lörincz und Nora Hahn-Hobeck, eine Liste „problematischer Partysongs“. Ihre Analyse führte zu einem offiziellen Verzeichnis von Titeln, die als sexistisch oder frauenfeindlich eingestuft wurden.

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Der Stadtrat hatte sich bereits 2021 positioniert: Mit Unterstützung von CSU, Linken und SPD verurteilte er Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ auf dem Bergkirchweih. Nun sind bekannte Schlager wie Skandal im Sperrbezirk sowie Stücke von Künstlern wie Mickie Krause und Peter Wackel auf der schwarzen Liste gelandet.

Doch die Maßnahme stößt nicht überall auf Zustimmung. Viele Wirte hinterfragen die Notwendigkeit des Index, und einige Musiker sollen aufgrund der neuen Vorschriften zögern, in Deutschland aufzutreten.

Das Verbot bestimmter Lieder soll auf einem der größten Volksfeste Deutschlands für ein sicheres Umfeld sorgen. Gleichzeitig wirft die Regelung Fragen nach künstlerischer Freiheit und praktischer Umsetzbarkeit auf. Mit dem nahenden Bergkirchweih müssen die Veranstalter nun einen Ausgleich zwischen diesen widerstreitenden Interessen finden.

Quelle