30 March 2026, 08:27

Bahnausbau nach Polen und Tschechien bleibt Deutschlands blinder Fleck

Alte Karte des Basel-Strasburg-Gebiets in Deutschland, die Bahnlinien und Textanmerkungen zeigt.

Bahnausbau nach Polen und Tschechien bleibt Deutschlands blinder Fleck

Deutschlands Bahnnetz wird massiv ausgebaut – doch die grenzüberschreitenden Verbindungen nach Polen und Tschechien bleiben ein Sorgenkind. Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz fordert nun bessere Anbindungen und argumentiert, diese seien von strategischem Interesse für Deutschland.

Das Thema gewinnt an Fahrt, nachdem Bundeskanzler Olaf Scholz mit den Ministerpräsidenten der ostdeutschen Länder über die regionale Entwicklung beraten hatte. Währenddessen sorgen anhaltende Bauarbeiten in Berlin weiterhin für Einschränkungen im Verkehr nach Polen – ein Symbol für die Kluft zwischen innerdeutschen Fortschritten und den internationalen Defiziten.

In den vergangenen fünf Jahren hat die Bundesregierung Milliarden in die Modernisierung der Infrastruktur der Deutschen Bahn gesteckt. Allein 2025 fließen 19 Milliarden Euro in Gleise, Signaltechnik und Sanierungen, 2026 sollen es sogar 23 Milliarden sein. Doch trotz dieser Investitionen fehlt es an konkreten Projekten zur Aufwertung der Bahnstrecken zwischen Deutschland und Polen.

Aktuell verkehren die grenzüberschreitenden Züge nach Polen zwar im Zweistundentakt, doch die Berliner Bauarbeiten zwingen zu Umleitungen. Statt über den Hauptbahnhof oder den Ostbahnhof fahren die Züge nun über den Bahnhof Gesundbrunnen. Diese Umwege spiegeln die allgemeinen Behinderungen durch die nationalen Ausbauvorhaben wider – ohne die langjährigen Mängel im bilateralen Schienenverkehr zu beheben.

Die Nachbarregierungen haben das Thema längst auf dem Schirm. Sowohl Polen als auch Tschechien haben offiziell den Bedarf nach besseren Bahnverbindungen bei Merz angemeldet. Dieser kündigte an, die Angelegenheit in die Kabinettsberatungen einzubringen, und betonte, dass stärkere Anbindungen an Osteuropa für Deutschlands wirtschaftliche und politische Beziehungen entscheidend seien.

Erst kürzlich traf Kanzler Scholz mit den Regierungschefs der ostdeutschen Länder zusammen, um über regionale Wachstumsstrategien zu sprechen. Zwar stand auch der Schienenausbau auf der Agenda, im Mittelpunkt blieben jedoch innerdeutsche Projekte. Merz' Forderung nach internationalen Verbindungen deutet auf einen möglichen Prioritätenwechsel hin – schließlich wird die grenzüberschreitende Infrastruktur zunehmend zum drängenden Problem.

Bisher konzentrierten sich die Bahninvestitionen der Bundesregierung vor allem auf das interne Netz. Doch mit Merz' Engagement für bessere Verbindungen nach Polen und Tschechien könnte das Thema bald mehr politisches Gewicht erhalten. Für Pendler und Unternehmen bedeutet das vorerst weiter Verspätungen und Umwege, während über langfristige Lösungen noch verhandelt wird.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle